Straßenliste Wahlanfechtung Feuerwehr Jugendfeuerwehr Videos Inhaltsverzeichniss Kontakt Gästebuch Impressum

Startseite
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014


Heimatkundliches aus Werneuchen und der Umgebung


Satzungen der Stadt Werneuchen



Startseite
GO der SVV
Wasserbetrieb
Schmutzwasser
U-Siedlung
Vereine
Straßennutzung
Straßenreinigung
Verwaltung


Flag Counter Werneuchner Onlinezeitung


download

Weihnachtszeitung der Stadt Werneuchen von 1948

27.4.2008, Werneuchen - Die Visionen von neuem Leben und Wohnen in Werneuchen

Zu den Visionen der Nachwendejahre gehörte im Rathaus der Stadt Werneuchen die Vorstellung von neuem Wohnen, Handwerk und Gewerbe auf dem ehemaligen Militärflughafen bei Werneuchen. Auf stadtfremden im Eigentum der Bundesrepublik befindlichen 40 ha, sollten aus den etwa 20 ruinösen Kasernenbauten moderne, mehrgeschossige Wohnhäuser entstehen. Die ehemalige Kommandantur sollte in einen Einkaufsmarkt mit Gastronomie und Dienstleistung umgewandelt werden und um das parkähnliche Wohnensemble unzählige Eigenheime auf parzellierten Boden entstehen. In den Hangars und Bunker sollten Unternehmen und Handwerk für Arbeit und Wohlstand sorgen. Die Norddeutsche Gesellschaft für Landesentwicklung NILEG, Ingenieurbüro für Verkehrs- und Wasserplanung GmbH, WOW Komunalberatung und Projektleitung GmbH und die CT Ingenieurgesellschaft mbH- sie alle planten,  entwickelten großzügige Pläne, Kalkulationen, Träume und Vorhersagen. Ganze Gruppen von hoch bezahlten hübsch angezogenen "Managern"  redeten über ihren Prognosen und malten mit farbigen Markern ihre Pläne an die Wandtafeln. Im Rathaus war man beeindruckt von den Vorhersagen der "Spezialisten" und "Stadtentwicklern". Gutachten verschlangen ganze Vermögen aus dem Stadthaushalt. Doch der Traum von wundersamer Geldvermehrung und einer plötzlichen Bevölkerungsexplosion erfüllte sich auf unerklärbare Weise auch nach Jahren nicht und so versuchten nun die Stadtverordneten Anfang des Jahres auf die Schäume (auch ihrer Vorgänger) zu reagieren und schränkten per Abgeordnetenbeschluss den ursprünglich fast 40.000 qm großen Bebauungsplan für den Flugplatz auf nunmehr etwas die Hälfte auf 25.000 qm ein. Man empfahl, seitens des Bürgermeister B. Horn auch den Abriss von 7 denkmalgeschützten Kasernen, weil diese das bereits sanierte Wohnumfeld und seine weitere bauliche Entwicklung stark negativ beeinträchtigen.

Doch die Situation ist reichlich komplizierter. Von den etwa 20 ehemaligen Kasernengebäuden sind seit 2002 lediglich 6 zu mehrgeschossigen Wohnhäusern umgebaut worden. Es gibt weder Einkaufsmöglichkeiten noch großzügige Natur im großflächig betonierten Umfeld der ehemaligen Militäranlage. Die Modernisierung und der Umbau der ehemaligen Kasernen zu Wohnhäusern, die Erschließung mit Medien, sowie der Straßen- und Wegebau hat bereits enorme Mittel verschlungen. Doch durch das Nebeneinander von Ruinen, alter Kasernen und saniertem Wohnraum ist bisher kein einziges in sich abgeschlossenes bauliches Teilgebiet geschaffen worden. Statt "Wohnen im Rosenpark" bietet das Gelände nunmehr "Wohnen neben Ruinen". Dies wird jetzt auch schon nach Einschätzung einiger Abgeordneten so bleiben, denn  mittlerweile gibt es keinerlei Bedarf mehr an mehrstöckigen Wohnraum in ländlichen Gegenden. Einige der nahe gelegenen Hangars und Bunker sind inzwischen verkauft, einige stehen leer und sind durch Vandalismus und Brände stark beschädigt.

Etwas weiter stehen noch eine Handvoll neu errichteter und  im Volksmund als "Cityhäuser" bezeichnete Einfamilienhäuser auf kleinen Parzellen. Auch sie investierten in den letzten Jahren unter den Visionen der Makler und Stadtentwickler mit ihrem Geld in den Standort. Doch auch hier verläuft die weitere Besiedlung sehr schleppend. Weiteren Bedarf an Eigenheimen gibt es hier durch ein Überangebot attraktiverer Baugrundstücke in der Umgebung und durch Abschaffung der Eigenheimzulage und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage kaum mehr.

Der Erschließungsträger Nileg (Nord/GkA) zog sich vor diesem Hintergrund schon Ende 2007 als Investor zurück und ein Unternehmen der City-Haus-Gruppe übernahm nun die Verpflichtungen gegenüber der Stadt Werneuchen . Doch die Vermarktung der "Flughafenimmobilie" "Wohnsiedlung im Rosenpark" ist praktisch zum Stillstand gekommen. Vor dem Hintergrund der gespannten Haushaltssituation des Landes Brandenburg und Forderungen des Denkmalschutzes wird an einen baldigen Abbruch der ruinösen Kasernen  ebenfalls kaum zu denken sein. Auch würde dies das Ende der "Wohnsiedlung im Rosenpark" bedeuten. Die Angelegenheit steckt also in der Sackgasse.

Das kostspielige städtische Engagement auf dem ehemaligen Militärflugplatz hat bisher erhebliche Kräfte und Gelder gebunden . Innerstädtische Wohnensembles wie am Beiersdorfer Weg nach Stienitzaue oder Wegendorfer Straße sind mittlerweile in einem vernachlässigten Zustand uns stehen zum Verkauf. 

Positiv ist die Neugestaltung des Marktplatzes und der Wegendorfer Straße. Hier gibt nicht nur positive Entwicklungen für die Innenstadt sondern könnten wichtige Impulse für ein neues herangehen zur Modernisierung des Wohnensembles Wegendorfer Straße (U-Siedlung) ausgehen.

Ein Blick zu Nachbarn und ihrem Umgang mit ehemaligen Militärobjekten, wie in u. a. Bernau zeigt, das erst in den innerstädtischen Bereich investiert wurde und nachfolgende Synergieeffekte zu steigenden Bedarf an Wohnraum am Stadtrand führten. Damit konnten die ehemaligen Militärobjekte erst einmal gesichert und erhalten bleiben. Optionen für die Zukunft haben sich dort die Stadtväter erhalten. Im Rathaus Werneuchen versuchte man es bisher anders herum, doch ohne Erfolg.

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit
ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen
Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-

Hinweis: Nachrichtentexte geben den Sachstand am Tag ihrer Veröffentlichung wieder.

Impressum  Kontakt