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22.02.2009, Werneuchen - Syngenta will genmanipulierten Mais testen

In diesem Jahr soll es im Barnim erstmals seit 2001 wieder gentechnisch veränderten Mais auf dem Acker geben. Ein Landbesitzer hat eine seiner Flächen dem transnationalen Konzern Syngenta zur Pacht überlassen.
Dieser Konzern wird auf einem Hektar (10.000 m²) genmanipulierten Mais anbauen. Das Versuchsfeld liegt in der Näher der Siedlung Stienitzaue. Es handelt sich dabei um einen neuartig genetisch veränderten Mais mit Namen GA21. Dieser ist in Deutschland nicht für den kommerziellen Anbau zugelassen. Deshalb handelt es sich also um einen Freilandversuch. Ziel ist es die Wirksamkeit des Herbizids und die Eigenschaften des Genmais zu testen. Bis zum Jahr 2012 hat der Landbesitzer eine Genossenschaft in Seefeld sein Land an die Firma verpachtet, so dass theoretisch drei Jahre lang nun der Genmanipulierte Kunstmais getestet werden kann. Danach folgt ein Jahr der Nachbeobachtung. Der Versuch soll noch an zwei anderen Standorten durchgeführt werden. In Herzberg/Elster und in Eichenbarleben.

Die Landwirte aus Werneuchen sind nach Umfragen gegen den Versuch.

Der Landwirt Wolter aus Willmersdorf sagt sinngemäß dazu:
Es gibt zwei Aspekte: Einen Ethischen, denn die künstliche Manipulation an dem Erbgut von Organismen, unseren Pflanzen, anstatt natürlicher Kreuzung ist nicht zu befürworten und einen wirtschaftlichen, denn die Industrie will die Nahrungsmittelproduzenten abhängig machen. Gentechnisch manipulierte Maissorten werden zum Patent angemeldet und vor jeder Aussaat muss dafür eine Lizenz erworben werden. Bei natürlichen Züchtungen muss der Bauer dagegen nur eine einmalige Nachbaugebühr an den Züchter entrichten und kann dann aus eigener Ernte neues Saatgut gewinnen. Das ist jahrhunderte altes Recht der Landwirte.

Der Landwirt Horst Gauert aus Werneuchen nimmt zu mehreren Punkten Stellung:
-Der Genmais muss von allen Bürgern der Stadt Werneuchen bekämpft werden. In jede Richtung. Es ist ein Verbrechen an unserer Natur. Es geht auch darum, dass die Bauern das Saatgut das sie durch ihre Arbeit gewinnen seit Menschengedenken auch wieder aussäen können. Es ist ihr Saatgut. Die Firma Syngenta sieht am liebsten jeden Bauern in einer Abhängigkeit. Sie manipulieren und fummeln am Mais herum und lassen sich dann den Mais patentieren. Die Landbesitzer und Landwirte erfüllen mit ihrer Arbeit auch einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag für Werneuchen. Sie stehen der Gesellschaft in besonderer Verantwortung. Es liegt auf der Hand das neben dem guten Ruf des Landkreises Barnim auch der Tourismus und der Absatz der Barnimer Agrarprodukte nachhaltig leiden wird. Das darf nicht zugelassen werden und muss unter allen Umständen von den Bürgern von Werneuchen verhindert werden.
Auch andere befragte Bürger aus Werneuchen weisen sinngemäß auf wirtschaftliche Folgen für Werneuchen hin.
"Der Tourismus und der gute Ruf des Landkreises Barnim stände auf dem Spiel". "Wenn sich der Barnim und Werneuchen jetzt im Volksmund als genmanipulierter Landstrich etabliert, wird nicht nur der Absatz der Agrarprodukte, sondern auch der Tourismus in Zukunft böse leiden". Den Ruf als genmanipulierter Landkreis, werden wir vielleicht dann nie wieder los.
Die Landwirte aus Werneuchen warnen noch detailreicher: Der GA21-Mais kann andere Maispflanzen auch noch in der Nähe verunreinigen. Trotz eines so genannten Sicherheitsabstands von 200 Metern kann das nicht ausgeschlossen werden. Die Imker sagen: Den Bienen sind Sicherheitsabstände sowieso egal. Wenn sich keine anderen Blüten anbieten, fliegen Bienen auch Mais an. Dabei sammeln sie den gentechnisch veränderten Pollen, welcher später dann im Honig zu finden ist. Bei so viel Kritik bleibt Werneuchen in diesem Jahr Ärger wohl nicht erspart. Bis Anfang April kann nun beim Bundesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit gegen alle drei Versuchsflächen noch Widerspruch eingelegt werden.
Hintergründe:
Der Genmais GA21 ist resistent gegen das firmeneigene Totalherbizid Touchdown (Wirkstoff Glyphosat). Auf beides hat die Firma Syngenta ein Patent angemeldet. Das Unkrautvernichtungsmittel "Touchdown" macht in der Natur, (wie der englische Namen auch sagt) alles platt womit es in Berührung kommt. Außer dem manipulierten GA21 Labormais. Der übersteht diese Herbizide Chemotherapie unbeschadet. Die Firma Syngenta sieht hier ein Geschäft. Wenn das firmeneigene Saatgut erworben wird, muss dazu das auch das firmeneigene Herbizid erworben werden. Man kann dann so viel Chemie versprühen, wie man will, dem Mais macht es nichts aus.
 
Einwendungen per e-mail möglich
Einwendungen gegen den beabsichtigten Genmaisversuch können bis einschließlich 05.04.2009 per e-mail an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geschickt werden.Die Einwendungen per e-mail muß neben dem Vor- und Familiennamen auch die volle leserliche Anschrift des Einwenders tragen. Wichtig ist eine kurze Begründung warum man etwas dagegen hat.
Sie wollen eine Einwendung erheben. Dann bitte eine e-mail mit vollständigen Namen Adresse und Begründung an gentechnik@bvl.bund.de


 

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


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ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen
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Hinweis: Nachrichtentexte geben den Sachstand am Tag ihrer Veröffentlichung wieder.

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