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Weihnachtszeitung der Stadt Werneuchen von 1948


17.04.2009, Hirschfelde - Ortsbeirat diskutiert Frage um geklauten Stier

Vor 1946 existierte auf dem Gut Hirschfelde ein in Brandenburg einmaliger Park mit Skulpturen, Reliefs, originalen Bauwerken der Antike und Großplastiken. Der Unternehmer Eduard Arnhold, der mit dem Handel schlesischer Kohle reich wurde, hatte das Gut Hirschfelde käuflich erworben und ließ dort diesen einzigartigen Park anlegen.
Er war ein leidenschaftlicher Kunstsammler und zu seinen Freunden zählten u. a. Max Liebermann, Adolph Menzel und Louis Tuaillon. In den dreißiger Jahren starb er und seine Frau. Seine Nachkommen mussten wegen eines jüdischen Hintergrundes Nazideutschland verlassen und emigrierten. Das Gut gaben sie in die Hände eines Freundes, einem bekannten Tenorsängers. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Besetzung des Gutes durch sowjetische Einheiten, kam auch das Ende für die einmalige Anlage. Die meisten der Kostbarkeiten wurden von den Sowjets auf verschiedene Stützpunkte der Umgebung abtransportiert um nach Russland geschafft zu werden. Lediglich für die schweren Großplastiken war in den unmittelbaren Nachkriegszeiten keine Transportlogistik vorhanden. Als der groß angelegte sowjetische Kunstraub in ganz Ostdeutschland durch Befehle aus Moskau gestoppt wurden, blieben die Großplastiken "Der weiße Stier" in der Freienwalder Garnison und der "Bronzehirsch" in der Werneuchner Garnison. Die Spuren vieler kleiner Skulpturen verlieren sich auf dem Gelände des Heimes in Werftpfuhl, wo sie 1946 von Zeitzeugen noch gesehen wurden und bereits zum Abtransport bereit standen.  Diese Plastiken sind bis heute in Russland unauffindbar.
Eine Unwahrheit die noch heute offiziell verschiedentlich verbreitet wird ist: dass der "Bronzehirsch" in den neunziger Jahren vor dem Abtransport durch die sowjetischen Truppen gerettet werden musste. Die russische Führung des Stützpunktes Werneuchen hat den Hirsch nie als Eigentum angesehen und ihn vor dem Abzug vom Flughafengelände der Bundesrepublik ordnungsgemäß übergeben.
Nun beschäftigte sich kürzlich zum wiederholten Male der Ortsbeirat in Hirschfelde mit dem Thema. Der Stadtverordnete Juri Geißler hat angeboten in Archiven nach den Skulpturen zu forschen. Beispielsweise wird vermutet, dass der Eselreiter, der sich heute im Rathaus Schöneberg befindet, ursprünglich in Hirschfelde stand. (Nach unseren Forschungen wurden der Eselsreiter 3 mal gegossen).
In der Diskussion um die Rückführung des aus Werneuchen- Hirschfelde geraubten  weißen Stiers, treibt die Denkmalspflege mittlerweile Stilblüten. Die geistreichen Einfälle des Landesamtes für Denkmalspflege reichen von der Anfertigung einer Kopie, "damit in beiden Orten der Stier stehen kann" bis hin zur Anerkennung des Kurparks in Freienwalde zum Bodendenkmal. Einen Namen hat das Amt dem Denkmal nicht gegeben. In Werneuchen hat man dagegen einen Namen gefunden. " Das Denkmal des geklauten Stiers aus Hirschfelde".
Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege ließ bereits 2001 wissen, dass der Anspruch auf den Stier für beide Parkanlagen aus denkmalpflegerischen Gründen berechtigt wäre. Die Beschäftigten des Landesamtes für Denkmalspflege hatten leider bisher nur vergessen, sich überhaupt einmal mit dem Thema zu beschäftigen.
Nämlich "auf Deutsch" um die "Rückführung eines in Kriegswirren geklauten und in die Garnison Freienwalde gebrachten "Marmorstieres", der wieder zurück gegeben muss".
Wir haben beim Bürgermeister der Stadt Bad Freienwalde persönlich angefragt. In einer schriftlichen Stellungnahme sieht er persönlich und ganz vernünftig den Sachverhalt ebenso. Doch weißt er auf etwas anderes wirklich wichtiges hin, dass bei den Hirschfeldern bisher unbeachtet geblieben ist. Der einmalige und äußerst kostbare Stier, wird im Kurpark Freienwalde gut bewacht und ist dort gut gesichert und aufgehoben. Es zeigen sich mittlerweile Risse im Marmor. Ein Transport ist risikoreich und kostenintensiv. Ob das abgelegene Einsiedlerdorf Hirschfelde auch ein guter sicherer Standpunkt für den Mamorstier ist, muss zur Zeit in Zweifel gezogen werden. Die beste Lösung wird so wahrscheinlich sein, dass eine gemeinsame Lösung zwischen Werneuchen und Freienwalde gefunden wird, dass der Stier erst einmal als Dauerleihgabe im Kurpark Freienwalde verbleiben soll.

 

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


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