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Weihnachtszeitung der Stadt Werneuchen von 1948


15.02.2010, Offener Brief an die Stadtverordneten der Stadt Werneuchen

Sehr geehrte Stadtverordnete von Werneuchen,
die Lehrstunde Demokratie am 11.2.2010 im Adlersaal war interessant und ernüchternd zugleich.
Gestatten Sie uns einige Anmerkungen zur Diskussion im Rahmen der Abstimmung über den Solarpark Löhme sowie über den von Ihnen bereits beschlossenen „Energiepark Weesow“.
Die Frage von Herrn Wiegand, die von Ihnen unbeantwortet im Raum stehen blieb, möchten wir gerne beantworten.
Gibt es objektive Gründe gegen das Projekt?
Ja, es gibt sie!
In erster Linie treffen diese Projekte auf mangelnde Akzeptanz in der betroffenen Bevölkerung, die hier einen zunehmenden Raubbau an ihrer unmittelbaren Umgebung, an ihrem Lebensraum befürchtet.
Solarkraftwerke bleiben nicht unsichtbar. Sie ersetzen eine intakte Landschaft langfristig durch einen Industriepark.
Seien Sie nicht kurzsichtig. Schauen Sie auf die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte. Wir beobachten die Folgen der globalen Erwärmung, auch wenn man dies im verschneiten Brandenburg manchmal nicht so recht glauben mag. Wir sehen Umweltszenarien in Südeuropa mit Flächenbränden, mit Versteppung und Verwüstung von Nutzflächen. Wir sehen eine Bevölkerungsmigration von Süd nach Nord und von Ost nach West. Nahrungsmittelimporte sind nicht ökologisch. Verbrauchernahe Erzeugung von Nahrungsmitteln sollte langfristiges Ziel sein.
Es zeichnet sich jedoch eine kontinuierliche Zunahme der Versiegelung von landwirtschaftlichen Nutzflächen ab. Betrachten Sie nicht 1 oder 2 Jahre, sondern 20 oder 50 Jahre. Wir werden noch glücklich sein über die Felder zwischen Weesow, Willmersdorf und Börnicke, die wir heute noch als minderwertigen Acker bezeichnen.
Setzen Sie sich in Zukunft dafür ein, dass Solaranlagen primär auf Dächern, auf brachliegenden Industrieflächen oder auf ehemaligem Militärgelände entstehen. Diese sind zur Genüge vorhanden. Hier liegt auch eine Chance. Investoren können auf diesen Flächen noch gute Gewinne erwirtschaften. Sie beteiligen sich dabei gleichzeitig an der Entsorgung von Altlasten. Hier sei das Beispiel des „Solarparkes Lieberose“ auf ehemals militärischem Gelände erwähnt.
Natürlich sind die Gewinne auf Ackerland höher. Und natürlich werden sich auch die Landwirte , die plötzlich durch ca. 1500 € Pachtertrag je Hektar und Jahr vorher nie gesehene Einnahmen erzielen bei der ethischen Diskussion eher zurückhalten. Dies ist menschlich verständlich.
Sie haben mit Ihrer Zustimmung zum „Energiepark Weesow“ den Startschuß gegeben für einen großangelegten Ausverkauf unseres natürlichen Lebensraumes. Sie sind gewählte Vertreter dieser Stadt und Sie sollten nicht gegen die mehrheitliche Meinung der Bürger dieser Stadt entscheiden.
Auch wir möchten unseren Strom weiterhin aus der Steckdose entnehmen, auch wir begrüßen die Entwicklung erneuerbarer Energien, auch wir sind nicht gegen Photovoltaik. Aber Anlagen dieser Dimension sollten überlegt und umweltverträglich geplant werden.
Hektik und überstürzte Entscheidungen brauchen wir nicht! Diskutieren Sie vorher mit Ihren Bürgern!
Wenn Sie einstimmig solche Beschlüsse treffen, haben übergeordnete Instanzen den Eindruck, diese Beschlüsse werden von der Mehrheit der Bevölkerung getragen. Sie müssen auch keine Schuldgefühle gegenüber den Bewohnern der Lausitzer Braunkohlenreviere haben. Aufgrund der hohen Dichte an Windkraftanlagen hat unsere Stadt und ihr Umland bereits jetzt einen hohen Anteil an Ökostrom.
Sie glauben , dass durch das Projekt „Energiepark Weesow“ Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden?
In erster Linie werden Arbeitsplätze beim Modulhersteller First Solar GmbH in Frankfurt/ Oder gesichert und zwar in der Größenordnung eines Zeitraumes von 9 Monaten Vollauslastung im 3-Schicht-System. Es macht für die Frankfurter Belegschaft absolut keinen Unterschied, ob die Module in Weesow oder woanders montiert werden.
Für die projektierende Procon GmbH oder die finanzierende juwi-Gruppe besteht der Unterschied lediglich in der Höhe des Gewinns.
Einige Arbeitsplätze für unsere Stadt werden im Bereich Wachschutz erwartet, für die Wartung und Reparatur der Anlagen sowie in der Verwaltung.
Diese wiegen die Verluste nicht auf, die durch Wegfall der Kundschaft auf den Reiterhöfen Weesow, Löhme und Börnicke sowie durch ausbleibenden Wander- und Radtourismus zu beklagen sind.
Werneuchen wird in Zukunft mit dem Begriff „Photovoltaik-Mark“ anstatt mit „Barnimer Feldmark“ assoziiert. Die Stadt verliert an Attraktivität für Berliner „Stadtflüchter“ . In Anbetracht der demographischen Entwicklung werden die zunehmende Überalterung der Bevölkerung und ausbleibende Nachfolgegenerationen sich vielleicht zur dicksten Kröte entwickeln, die Sie zu schlucken haben.
Junge Familien, die sich hier evtl. in den nächsten Jahren ansiedeln werden, suchen Ihre Wahlheimat nach den Kriterien Nähe zum Arbeitsplatz, Infrastruktur , Lebensqualität und nicht zuletzt nach intakter Natur aus. Sie sind es , die der Gemeinde Steuergelder bescheren. Sie sind es, die Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe und Handelsgewerbe entstehen lassen und erhalten. Sie sind es, deren Kinder Arbeitsplätze von Erziehern und Lehrern sichern und die dann Ausgangspunkt der Enkelgeneration sind.
Ob es auch Ihre Wähler werden, hängt nicht zuletzt von Ihren Entscheidungen ab.
Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die nächste Instanz das Projekt „Energiepark Weesow“ ablehnt!
Ein eigenständiges selbstbestimmtes Votum auf der Basis einer Bürgerentscheidung haben Sie leichtfertig aus der Hand gegeben.
Die Bürgerinitiative Energiepark Weesow
i.A. Dr. Lehmann


Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit
ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen
Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-

Hinweis: Nachrichtentexte geben den Sachstand am Tag ihrer Veröffentlichung wieder.

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