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Weihnachtszeitung der Stadt Werneuchen von 1948

19.02.2010, Werneuchen - Todestag des Otto von Arnim

Am 20. Februar jährte sich der Todestag des ersten im Befreiungskampf gegen Napoleon gefallenen preußischen Offiziers von Arnim, der in Werneuchen seine letzte Ruhestätte fand. Der für die deutsche Geschichte denkwürdige Tag fand in Werneuchen keine Beachtung und das Grab ist weiter seiner Bronzetafel beraubt.

Ein Rückblick in die Geschichte: 1813 fluteten die napoleonischen Truppen, nachdem sie in Russland geschlagen worden waren, aufgerieben über Preußen zurück nach Westen. Ihnen folgten dicht auf dem Fuß leichte russische Reiterabteilungen unter dem Kommando von Tschernitscheff, v. Tettenborn und Dörnberg, welche schon Ende Januar an die Oder kamen. In den ersten Tagen des Februars erreichten dann auch erste Kosakenabteilungen die Grenzen der Neumark. Die Franzosen wären stark genug gewesen sich auf Küstrin und Stettin stützend, die untere Oder gegen diese Reitertruppen zu verteidigen, hatten aber offenbar ihr altes Selbstvertrauen verloren und bald überschritten erste russische Streifcorps die Oder und näherten sich über Werneuchen, Altlandsberg und Bernau der preußischen Hauptstadt Berlin. Während dessen kam es immer wieder zu Gefechten.
„Die Russen waren im Anfange des Jahres 1813 schon bis in die Neu-Mark vorgedrungen und in der letzten Hälfte des Februars streiften sie schon über die Oder. Der Herr von Arnim ging mit leichten Truppen ebenfalls herüber. Bei Werneuchen stieß das Detachement, bei dem er sich befand, auf einem starken Trupp Würzburger. Es fielen Schüsse und ohne dass sonst jemand getroffen wurde, stürzte Herr von Arnim davon vom Pferde, und nach einigen Augenblicken verstarb er“.
Der Leichnam wurde nach dem Zwischenfall zurückgelassen und die Truppen von Major von Benkendorf zogen sich über Werneuchen nach Hirschfelde zurück. Werneuchen wurde nun wieder von den Franzosen besetzt. Auch diese Situation wird  zeitgenössisch geschildert:
„Im Raum Blumberg, Seefeld und Werneuchen kam es auch nach dem Tod des Otto von Arnim wiederholt zu kleineren Scharmützeln mit den nachrückenden in russischen Diensten stehenden Truppen. Hin und her tobte in diesen Tagen der Kampf. Mancher Ort wechselte innerhalb von Stunden die Besatzung. Bereits am 17. Februar 1813 waren Russen in Werneuchen eingezogen. Aber am selben Tag zog auch der französische General Poincot mit seinen Truppen wieder in Werneuchen ein und behielt den Ort wieder für ein paar Tage.“
 Der Pfarrer Gähde in Altlandsberg schreibt in seiner Stadtgeschichte vom Jahre 1857 über diese Tage:
„Am 18. Februar 1813 um 10 Uhr früh, zeigten sich hier die ersten Kosaken, etwa 20 Mann stark, unter Führung eines Offiziers. Sie lagerten sich auf der Amtsfreiheit“.
Der Oberprediger Neumann schrieb als Zeitgenosse jener Ereignisse:
„Die Freude der Einwohner war ohne Grenzen und alles strömte zum Thore hinaus, um diese mutvollen Retter zu sehen. Aber lustig war es anzuschauen, wie die französische Einquartierung, welche zur selbigen Zeit in der Stadt war, auf die Nachricht von der Erscheinung der Kosaken zum entgegen gesetzten, dem Berliner Thore, Reißaus nahm, während die Kosaken auf ihren kleinen schnellfüßigen Pferden die Straßen der Stadt durchjagten. Sie blieben indessen vor dem Amtsthore bis Mittag und wurden von dem Oberamtmann Baath mit Butterbrot und Branntwein hinlänglich bewirtet“.
Am 20. Februar vereinigte sich General Tschernitscheff mit dem Obersten von Tettenborn, und ging von Altlandsberg weiter gegen Berlin vor, während ein kleines Detachement Kosaken den General Poinsot in Werneuchen beobachten und festhalten sollte.
An diesem Tag wurde Otto von Arnim in Werneuchen beerdigt. Das Werneuchener Kirchenbuch berichtet hierrüber:
„Der als russisch-kaiserliche Offizier der Kosaken bezeichnete Offizier wurde nackt, entkleidet hierher nach Werneuchen gebracht und zwei Tage nach seinem Versterben auf dem Friedhof am 20. Februar 1813 beerdigt“.
Dichterpastor Schmidt von Werneuchen, ließ ihn, mit einem seiner Hemden bekleidet, vor der Kirche in Werneuchen ins Grab legen und hielt ihm die Grabrede. Der Kommandeur des Otto von Arnim, der Oberst von Tettenborn schrieb wenige Tage später an den Freiherrn vom Stein:
„Sehr bedaure ich, dass Herr von Arnim gefallen ist. Ich war mit ihm sehr zufrieden. Er starb den Heldentod.“
Am 20. Februar drangen die Kosaken weiter über Weißensee auf Berlin vor, überraschten die Berliner französische Besatzung, und hierbei fiel am Königstor der ebenfalls in russischen Diensten stehende preußische Offizier Alexander Freiherr von Blomberg. Eine Gedenktafel in der Nähe des Märchenbrunnens bezeichnet ihn an dieser Stelle als „erstes deutsches Opfer im Befreiungskampf“. Das tatsächlich erste Zeugnis dieser mit Blut besiegelten deutsch-russischen Waffenbrüderschaft bleibt aber in Wirklichkeit der 1913 errichtete Werneuchener Gedenkstein für den Leutnant Otto von Arnim.
Am 11. März machten die Berliner Zeitungen bekannt, dass sich General Poinsot, aus Werneuchen kommend, am Abend des 10. März mit einem Detachement von 1.500 Mann französischer Infanterie nach Köpenick. geworfen hat.
Die letzte Ruhestätte von Otto von Arnim vor der Stadtkirche Werneuchen fasste bis zum Jahre 1913 ein Holzgitter ein. Anlässlich der Jahrhundertfeier 1913 zum Beginn des Befreiungskrieges gegen die Französische Besatzung wurde das Denkmal aus einem mächtigen aufrecht stehenden Findling umgeben von einer Gruppe auch mächtiger Granitsteine, die aus seinem Heimatort Sukow in der Uckermark stammen unter Mitwirkung des hiesigen Bildhauers Carl Christian Fürstenberg errichtet und am 15. Juni 1913 am Grabe des Kosakenleutnants Otto von Arnim neben der Kirche eingeweiht. Auf einer an dem Granitblock angebrachten Tafel stand: Otto von Arnim, 1. Gef. Preuss. Offizier, 18.2.1813. Das Denkmal war von der Familie von Arnim und dem Verschönerungsverein Werneuchen gestiftet worden.

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit
ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen
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Hinweis: Nachrichtentexte geben den Sachstand am Tag ihrer Veröffentlichung wieder.

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