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Weihnachtszeitung der Stadt Werneuchen von 1948


23.11.2011, Werneuchen - Der Bürgermeisterplural

Einteiliges Resümee erfolgreicher Veröffentlichungen im Amtsblatt

(mk) Wir konnten dieses Jahr im Amtsblatt im Juli und August erfolgreiche Resümees einer gemeinsamen geleisteten Arbeit ziehen. Doch wer ist wir und wer ist er und wer bin ich.  "Wir, Wilhelm Friedrich, Kaiser von Deutschland haben uns beraten und haben beschlossen, dass wir (ich + sie) ....für uns (sie + ich) ...im monatlichen Amtsblatt auch während der Vorwahlzeit in Erfolgs- und Arbeitsberichten über unsere gemeinsame Arbeit für uns berichten werden".
Mit dem "Wir" als Bezeichnung der eigenen Person in der Mehrzahl gelingt es uns, also mir, ich meine ihn, uns beide bzw. uns alle, besonders bei Veröffentlichungen im Amtsblatt auch wirklich für alle zu sprechen. Der "plural majestati",  in Werneuchen auch der "Bürgermeisterplural" genannt, hat aber auch im gesamtdeutschen Sprachgebrauch viele Facetten. Die mathematische Formel bleibt aber gleich:
Wir = Ich + Sie. oder Wir - Sie = Ich
"Wir in Deutschland wollen hier nicht so viele Ausländer haben", sagt zum Beispiel der Chef der Rechten und setzt sich per "Wir" umstandslos mit ganz Deutschland gleich, obwohl er eigentlich nur seine Meinung und die seiner Kumpanen artikuliert.
Aber auch die Bürger, die tatsächlich nicht mit einer unkontrollierten Zuwanderung einverstanden sind, werden ganz ungefragt in das gesamte rechte Parteiprogramm mit einbezogen..
"Wir brauchen hier einen Solarpark in Weesow". Obwohl es sich auch nicht nur im Ansatz auch nur um einen "Park" handelt, spricht dann auch niemand mehr von einem Photovoltaikkraftwerk. Und weil "wir" Solarenergie als umweltfreundliche Energiequelle schätzen, tritt anstelle der ordentlichen Begriffsbestimmung auch noch die Standortfragendiskussion sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnungen in den Hintergrund. Mag sein, Meinungen sind verschieden, aber auch hier ist der plural majestatis eine nützlicher Idiot.
 

Ein schönes Beispiel für den plural majestatis lieferte auch der bekannte Fußballmanager Uli Hoeneß, dem die pluralmajestätische Komik seines Redebeitrags sicherlich nicht aufging. Uli Hoeneß und der über die verkorkste Saison seines Vereins Bayern München sagte, "dass wir den Mund ganz schön voll genommen haben". Wer bitte ist denn da ‘wir’, Herr Hoeneß …?
Man sieht - auch zur Verschleierung von Verantwortlichkeiten ist der ‘majestätische Plural’ auch ein überaus nützlicher Trottel …
Und Verantwortung verschleiern will vielleicht auch in Werneuchen derjenige "Wir"- Autor nicht übernehmen. Weder für missglückte Straßenbauprojekte und deren ordnungsgemäße Umleitungsausschilderung, noch für zu teuer geratene Fassadensanierungen am Rathaus.???
Misserfolg wird in Erfolg gewandelt und obwohl der Autor ganz alleine schreibt, ist das dann sogar nicht nur eine Geste der Bescheidenheit (lateinisch modestia), mit der er die eigene Person zurücktreten lässt sondern dazu auch noch den harmoniebedürftigen Leser wohlwollend in seine Arme nimmt und unliebsame Themen für alle dann auch gleich noch endgültig vom Tisch nimmt.
Das "Wir" erörtert gern persönliche Standpunkte um diese in eine objektive, sachliche, allgemeingültige Berichterstattung umzuwandeln, ohne dass sogar der Eindruck entsteht, es könnte sich hier um persönliche Wahl- bzw. Symphatiewerbung handeln.???
Bei soviel Fürsorge, insbesondere in der Vorwahlzeit, für die eigentlich von Gesetzes wegen ein striktes Verbot jeglicher solcher Veröffentlichungen besteht, wurde aber vom Wahlberechtigten bei der Wahl ganz sicher nicht gedankt. Nein, unsere gemeinsamen Resümees und Personenkultporträts auf Amtsblattitelseiten hatten keinen Einfluss auf die Wahl....
Zwar haben nur etwa 650 Wähler den einen weniger bzw. den anderen mehr gewählt, in Prozent 8,6 %, die MOZ berichtet über ein knappes Ergebnis, doch den über 5 Monate der Vorwahlzeit mit etwa 22.500 kostenlos verteilten Exemplare des Amtsboten, haben diese Berichte unsere Leser, uns äh... "unsere Wahl" nicht erheblich beeinflusst.
"Wir konnten feststellen, dass es bei unserer Wahl keine erhebliche Wahlbeeinflussung gab"
"Wir danken dem Wahlleiter der Stadt Werneuchen Dirk Siebenmorgen für die im Dienste aller Bürger, geleisteten Arbeit."
Ein Schelm, der hier bei soviel Pluralismus noch arges denkt.
Mit dieser Exkursion sind wir [= ich und Sie] nun endlich auch bei der Methode der Triangulation. Man nennt das Pluralis Modestiae (Plural der Bescheidenheit) oder auch den „Autorenplural".
Wir können ein erfolgreiches Resümee unserer Arbeit ziehen, und feststellen dass Dank unserer gemeinsamen Bemühungen der längst ausgestorben geglaubte "Plural majestatis" in Werneuchen wieder quicklebendig geworden ist. Dafür danken wir unserem Bürgermeister.
Vielen Dank auch an den Wahlleiter Dirk Siebenmorgen für die Förderung von rechter Wahl und Bürgerwillen. Vielen Dank auch im Namen aller Bürger von Werneuchen an Frau Stettnisch und Herrn Scholz für die im Wahlausschuss geleistete gute Arbeit.

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


Werneuchen-Aus alter Zeit
ist ein Buch zur Geschichte der Stadt Werneuchen
Eine Vorschau finden Sie hier: Werneuchen - Aus alter Zeit - Google Books-

Hinweis: Nachrichtentexte geben den Sachstand am Tag ihrer Veröffentlichung wieder.

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