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25.02.2012 - Hirschfelde - 1. Parktag mit grotesker Vorstellung

(mk) Hirschfelde Mit einem Parktag sollte der Startschuss für eine Wiederbelebung des etwa von 1907 bis 1934 existierenden  Skulpturenpark Eduart Arnholds gegeben werden. Die groß angekündigte Veranstaltung war mit etwa 30 Gästen eher schwach besucht und wurde von Bürgermeister Burkhard Horn und Thomas Gill moderiert. Die Gäste konnten hier erfahren, dass der Gutspark ein Kleinod alter brandenburgischer Geschichte und ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert sei. Der Unternehmer Eduart Arnhold erwarb zwar das Gut erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Jahr 1904 und hatte dabei nicht viel Parkartiges übernommen. Ihm ging es in Hirschfelde um die sichere Unterbringung seiner Kunstwerke und Kunstschätze. Im Gutshaus hingen die Gemälde und standen kleine Skulpturen und draußen im Garten platzierte er seine größeren Besitztümer. Nachdem Eduart Arnhold 1925 verstarb hatte die Inflationszeit ihre Spuren an der Parkpflege hinterlassen, es folgte die große Wirtschaftskrise und bei Machtantritt der Nationalsozialisten emigrierte die jüdische Familie Arnhold. Den Hirschfelder Immobilien- und Kunstbesitz erwarb, als Hüter, der befreundete und geheime Vertraute der Familie der berühmte Tenorsänger Carl Clewing. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges war es dann mit der Parkpflege vollends vorbei und das Frühjahr 1945 bedeutete dann auch das Ende der Kunstsammlung. Die Einwohner Hirschfeldes flohen vor den herannahenden marodierenden russischen Soldaten und bald bemächtigten sich neue Herren des ehemals jüdischen Besitzes.
Heute sind von diesem Park lediglich der übliche mit Bäumen begleitete Gutsweg und die Überreste des Brunnens erhalten. Man braucht reichlich Phantasie von diesem Überbleibsel als "Kleinod alter brandenburgischer Geschichte des 19. Jahrhunderts" zu sprechen, denn aus dieser Zeit, also von 1800 bis 1899, sind nicht einmal Fragmente erhalten. Es war die Zeit der Familie von Bismarck, die das Gelände damals als landwirtschaftlichen Gutshof und Sommersitz betrieb. Hinter dem hübschen Gutshaus soll aber zu jener Zeit eine gepflegte Wiese gegeben haben, von welcher es auch noch eine hübsche Lithografie gibt.
Den Besuchern der Veranstaltung entging auch, dass von den ehemals 90 Morgen Gutsland, der größte Teil bereits verkauft wurde und dass der Park früher auch nur in Verbindung mit dem Gutshaus existierte und seine Entstehung auch nur dem bereits befindlichen Gutshauses verdankte. Abgesehen der erheblichen Finanzkraft des Eigentümers Arnhold.
Die Bekundungen der 20 Besucher, den Park für Sport und Freizeit, Kunst und Kultur nutzbar zu machen, ist bereits der Hirschfelder Sportverein zuvor gekommen, denn der Sportplatz befindet sich bereits auf dem ehemaligen Parkgelände.
Groteske Züge nahm die Veranstaltung an, als sich ein zu Wort meldender Bürger darüber beschwerten, dass doch der jetzige Besitzer des Gutshauses, seine Pferde auf den Wiesen rundherum grasen lassen würde. Es wurde hinterfragt, ob dies den rechtlich in Ordnung sei. Auch entbrannte eine Diskussion, ob denn in dem Park, wenn er fertig wäre, auch Reiter mit Pferden reiten dürften, denn die würden dann doch wieder die Wege kaputt machen. Spätestens an dieser Stelle war der Veranstaltung nicht mehr zu folgen.
Aber die Hirschfelder waren der Veranstaltung von vorn herein mit kleinen Ausnahmen ferngeblieben und auch zur Parkbegehung waren es denn dann auch nur noch etwa 10.
Das Einzige was von der Veranstaltung wirklich haften blieb, war das Wort "Fördergelder". Die Abordnung des Barnimer Feldmarkvereins, spezialisiert auf Fördermittel, sah offensichtlich eine neue Chance, dem Land für die Erhaltung dieses "Kleinodes alter brandenburgischer Geschichte" einmal Fördermittel zu entlocken. Schließlich sind erhebliche Gelder notwendig, um einen Park anzulegen. Wer den Park nutzen soll, wurde aber auch diskutiert, aber hier hörte man ausschließlich den Konjunktiv 2.

 

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


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