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14.01.2015, Werneuchen - Gedanken zu einer Gedenktafel

Ärger um neuen Gedenkstein. Wird mit Denkmälern in Werneuchen Geschichtsfälschung betrieben?

(mk) Am 18.Februar jährt sich derTodestag des Otto von Arnim. In Werneuchen erinnert ein Gedenkstein an den ersten im Befreiungskrieg Preußens gegen die französische Herrschaft unter Napoleon gefallenen preußischen Offizier Otto von Arnim. Auf einer Gedenktafel stand: Otto von Arnim, dem 1. GEF. PREUSS. OFFIZIER 18.2.11813.Diese Tafel wurde gestohlen und nun mit einer neuen Tafel ersetzt. Auf dieser Tafel steht: Deutsch-Russische Waffenbrüderschaft - Otto von Arnim - gefallen im Deutsch-Russischen Befreiungskrieg

Zunächst Otto von Arnim war preußischer Offizier und kein deutscher Offizier. Preußen bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 hatte das Königreich Preußen eine vernichtende Niederlage gegen die Truppen Napoleons erlitten, verlor 1807 im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Gebietes und war dann nur noch ein in Größe und Funktion zusammengeschrumpfter Pufferstaat unter französischer Besatzung.
Am 24. Februar 1812 wurde der König von Preußen Friedrich Wilhelm III. auf französischen Druck hin Verbündeter im bevorstehenden Krieg Napoleons gegen Russland und stellte selbst ein Truppenkontingent für die Grande Armée. Dann fiel Napoleon mit seiner Vielvölkerarmee u.a. mit dem preußischen Kontingent plündernd in Russland ein. Die Preußen sicherten beim Angriff auf Moskau die Nordflanke. Nach der Niederlage der „Grande Armee“ in Moskau schlossen der preußische Generalleutnant Graf Yorck und der General der russischen Armee Hans von Diebitsch am 30. Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen, die einen militärischen Waffenstillstand und eine Herauslösung der preußischen Truppen aus der Allianz mit der französischen Armee vorsah.
Yorck handelte aus eigener Initiative, ohne Befehl seines Königs von Preußen Friedrich Wilhelm III. Diese Bewegung führte zum russisch-preußischen Bündnisvertrag von Kalisch, der am 23./24. Februar 1813 unterzeichnet wurde. Am 17. März 1813 besiegelte der preußische König mit seinem "Aufruf An Mein Volk" den Abfall Preußens vom erzwungenen Militärbündnis mit Napoleon. Preußische Truppen unter Marschall Blücher und Gneisenau trugen in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, beim Vorstoß der Alliierten nach Paris in der Frühjahrskampagne 1814 und in der Schlacht bei Waterloo 1815 entscheidend zum Sieg über Napoléon bei.
 
Der erste Schritt der mit der Reichsgründung verwirklichten deutschen Nationalstaatsbildung wurde 1866 mit dem als ersten föderativ organisierten deutschen Staat, mit dem Norddeutschen Bund gemacht. Dieser wandelte sich mit der Verfassungsgebung am 1. Juli 1867 zum ersten deutschen Bundesstaat. Die territorial-politische Konzeption der ethnisch Deutschen bildete sich somit am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts heraus. Jedenfalls die preußisch-russische Waffenbrüderschaft wurde vier Wochen nach dem Tod Otto von Arnims am 17. März 1813 besiegelt. In der Völkerschlacht bei Leipzig kämpften dann die Preußen auf der Seite Russlands und Schwedens gegen Frankreich und den Rheinbund. Wenn der 1806 geschlossene Rheinbund historisch als erster Deutscher Staatenverbund zu sehen ist, dann waren die Deutschen und Russen noch bis zur Entscheidung der Völkerschlacht im Oktober 1813 Kriegsgegner. Und die Deutschen kämpften gegen Preußen. Darum wurde Otto von Arnim auch von einem Soldaten einer Einheit aus Würtemberg erschossen.
Von einer deutsch-russischen Waffenbrüderschaft kann jedenfalls keine Rede sein. Nach dem Norddeutschen Bund entstand das Deutsche Reich als Staat im Jahr 1871. Zu diesem Zeitpunkt war der in russischen Diensten stehende preußische Leutnant Otto von Arnim aber schon mehr als 50 Jahre tot.
Der Gedenkstein an Otto von Arnim wurde bereits in der DDR für Propagandaveranstaltungen einer deutsch-sowjetischen Freundschaft genutzt. Soll nun durch den falschen Gedenkstein dauerhaft Geschichtsfälschung betrieben werden?
Link: 19.02.2010, Werneuchen - Todestag des Otto von Arnim

Festschrift zum 250. Geburtstages des Dichterpastors F.W.A. Schmidt


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